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Select Review Quotes

  • ‘This is the book I wish I’d had when I first came to Thailand.’
    — Alex Kerr, author of ‘Lost Japan’
  • ‘A unique guide to Thai pop and folk culture. Future social historians will thank Cornwel-Smith.’
    — Andrew Marshall, Time magazine
  • ‘An entertaining and provocative look at Thai culture.’
    — John Burdett, author of Bangkok 8
  • ‘Philip Cornwel-Smith is writing in a way that I like, with an electric eye for the streets.’
    — Lawrence Osborne, author of ‘Bangkok Days’
  • ‘A thrilling, trail-blazing book of cultural history… A work of astounding breadth and erudition. Very Thai has few, if any, English-language equals.’
    — Nick Grossman, Bangkok Post
  • ‘A more sophisticated guide to the country’s contemporary culture’
    – Conde Nast Traveller
  • ‘A brilliant book-length photo-essay… Cornwel-Smith writes with astute animation.’
    — Donald Richie, Top 3 Books on Asia 2005, Japan Times
  • ‘Required reading for visitors, residents and anyone anywhere interested in what makes Thailand tick.’
    — Jennifer Gampell, Asian Wall Street Journal
  • ‘With a wit that suits the Thai spirit, Very Thai explains with delicateness things that Thais regard as indelicate. An important source that reflects modern Thai consciousness.”
    — Pracha Suweeranont, Matichon Weekly
  • ‘It was about time that somebody wrote something worth reading about the Thai culture. Philip Cornwel-Smith does that, and does it well. Read Very Thai. You’ll be glad you did.
    — Bertil Lintner, The Irrawaddy
  • ‘It is truly so much better than any other “guide”.’
    — Paul Dorsey, The Nation
  • ‘Very Thai is the first in-depth examination of Thai popular culture.’
    — Jason Gagliardi, South China Morning Post
  • ‘Answers and insights aplenty in this erudite, sumptuously photographed guide to contemporary Thai culture.’
    — Lucy Ridout, Rough Guide to Thailand
  • ‘Very Thai shines a loving light on the minutiae of everyday life. The book is equally fun and authoritative.’
    — Andrew Marshall, The Australian
  • ‘Pick of the Picture Books. Very Thai is an attempt to capture the complex realities of Thai culture, a blend of finesse and fun which fuses folk tradition with hi-tech and bling. Here are fascinating glimpses of high life, low life, street life and, er, Honda life.”
    — The Independent newspaper (UK)
  • ‘The publishing sensation of 2004. This book is a revelation of all those things we thought we’d never understand.’
    — Vaudine England, Dateline, Foreign Correspondents Club of Thailand
  • ‘A delightful read and a wonderful roadmap to diverse elements of Thai Popular Culture.’
    — Gerald W Fry, Historical Dictionary of Thailand
  • ‘No other author has delved so deeply into the subconscious of Thai popular culture in such an intriguing, eye-opening way. You’ll love the insights gained from reading this best-seller. Wonderful photography too!’
    — Nancy Chandler Map of Bangkok

Reviews in Full

September 14, 2005

Thai Day (talk preview)

Highlights

Thai Day VT talk preview 05-0914 copy

When Very Thai: Everyday Popular Culture was released last year, the book was a sweeping success. Tracing the origins of mundane items like the taxi dashboard, the menthol inhaler and pink tissues, Bangkok-based British writer Philip Cornwel-Smith explained many of the oddities and nuicances of Thai culture. Now the author will share some of his insight at the Siam Society in a talk aimed at building a more inclusive, up-to-date picture of Thai culture, society and history. Take this chance to look anew at the ordinary at the Siam Society.

Thai Day was an English-language Thai newspaper

Posted in: Reviews
July 10, 2005

Asienhaus

Thailand: Abfall

Große Ziele – Kleine Realität

05-2-034 Asienhaus.de

34_________________________________________________________________Thailand: Abfall_______

südostasien 2/05

hailand produziert laut Welt bank jährlich rund 14,2 Millionen Tonnen Verbraucher- und

Industriemüll mit stetig steigender Tendenz. Die Recyclingrate beträgt

laut Aussagen der Regierung elf Pro-

zent, während sie beispielsweise in

Korea, Singapur und Japan bei 30 bis

50 Prozent liegt. Rechnet man jedoch

informelle Wege der Müllverarbeitung,

welche in Thailand eine große Bedeu-

tung spielen heraus, so kommt man

sogar nur auf eine Recyclingrate von

drei Prozent.1

Betrachtet man die Zusam-

mensetzung städtischen Mülls, der

in Phitsanulok beispielsweise zu 45

bis 50 Prozent aus wieder verwertba-

ren Materialien, zu 30 bis 35 Prozent

aus Biomüll und nur zu 20 Prozent

aus nicht wieder verwertbaren Mate-

rialien besteht2, so wird deutlich,

dass theoretisch ein großes Poten-

zial zur Müllreduktion und -auf-

bereitung in Thailand besteht. Dabei

darf der wirtschaftliche Nutzen durch

gesenkte Ausgaben für Abfallent-

sorgung und die Wiederverwendung

von Ressourcen nicht unterschätzt

werden.

Dementsprechend hat sich

die Regierung große Ziele gesetzt

und möchte im Rahmen des neunten

nationalen Wirtschafts- und Sozia-

lentwicklungsplanes (2003 bis 2008)

die Müllproduktion halbieren und die

Recyclingrate auf 30 Prozent anhe-

ben.3 Praktisch steckt die Umsetzung

aber häufig noch in den Kinderschu-

hen und staatliche Programme fehlen

völlig oder werden nur mangelhaft

implementiert.

Informelle Wege

des Recycling

Das Gros des Recyclingpro-

zesses übernimmt derzeit ein infor-

meller Sektor, dessen verschiedene

aufeinander aufbauenden Ebenen

sehr gut organisiert sind. Vom Müll-

sammler auf lokaler Ebene bis hin

zum überregionalen Recycling-

Privatunternehmer legt der Abfall

häufig einen langen Weg mit vielen

Zwischenstationen zurück und sichert

so zahlreichen Personen — zumin-

dest mehr oder weniger — den Le-

bensunterhalt. Je nach regionalem

Kontext sind verschiedene Ausprä-

gungen vorzufinden, wobei vor allem

zwischen städtischen und ländlichen

Regionen zu unterscheiden ist.

In städtischen Regionen, in

denen eine Müllabholung organisiert

ist, kommen meist früh morgens, vor

der offiziellen Müllabfuhr, Abfallsamm-

ler — auch »khon geb khaya« ge-

nannt, die die Abfalltonnen nach ver-

kauf- und brauchbaren Dingen

durchsuchen.1 Sie sind sehr arm, und

das Einkommen aus der Müllsuche

(oft weniger als monatlich 60 Euro

pro Familie) reicht meist kaum zum

Überleben. Da sie die gesamten

Mülltonnen durchwühlen, kommen

sie häufig in Kontakt mit giftigen Ab-

fällen und sind so einem hohen Ge-

sundheitsrisiko ausgesetzt. Zusam-

men mit Müllsammlern, die die letzten

Reste auf den Mülldeponien durch-

wühlen, nehmen sie eine sehr niedri-

ge soziale Position ein.

Weiterhin gibt es auch noch

»saleng«, die der Bevölkerung den

Müll abkaufen. Meist sind sie mit pe-

dalbetriebenen Dreirädern unterwegs

— in Bangkok gibt es immer häufiger

auch motorisierte Versionen — und

kündigen sich mit ihrer charakteristi-

schen Hupe den Bewohnern an. Sie

stehen eine Stufe höher in der Hierar-

chie als »khon geb khaya«, da sie

den Abfall nicht nehmen oder steh-

len, sondern Handel damit betreiben.

Sie kaufen wieder verwertbaren Müll,

wie beispielsweise Glas, Papier,

Plastik, Metall und Elektronik von der

Bevölkerung und verkaufen ihn dann

mit etwa fünf Baht (0,10 Euro) Profit

pro Kilo an Müllsammelstellen oder

Recycling-Shops weiter. Diese trans-

portieren den Abfall dann gebündelt

und in großen Mengen weiter an Re-

cycling-Fabriken. »Saleng« können

ein annehmbares Leben führen, wie

das Beispiel des 23-jährigen Nattha-

phon aus Phitsanulok zeigt.1 Als sein

Vater in Rente geht, gibt er seinen

Job in der BMW-Fabrik auf, um in das

Müllgeschäft einzusteigen, in dem

auch schon seine zwei Brüder und

seine Mutter tätig sind. Mit seinem

Müllsammeldreirad kann er täglich

etwa 500 Baht (zehn Euro) verdienen.

Seine Mutter, die einen Pick-up be-

sitzt, bringt es sogar auf das Doppel-

te.

Häufig sortieren auch die An-

gestellten der offiziellen Müllabfuhr

den Abfall als privaten Nebenver-

dienst. Während der Inhalt der Abfall-

tonnen auf der Ladefläche des Trucks

Große Ziele — kleine Realität

Das Abfallmanagement in Thailand

steckt noch in den Kinderschuhen

von Manuela Volkmann

Thailand produziert laut Weltbank jährlich rund 14,2 Millionen Tonnen Ver-

braucher- und Industriemüll mit stetig steigender Tendenz — theoretisch

ein großes Potenzial zur Müllreduktion und -aufbereitung. Dementspre-

chend hat sich die Regierung große Ziele gesetzt.

Die Autorin ist Sozialgeographin.

T

_______Thailand: Abfall__________________________________________________________________35

südostasien 2/05

entleert wird, sortieren sie den wieder

verwertbaren Müll aus und verkaufen

ihn nach Arbeitsende in Recycling-

Shops. Über ein vierköpfiges Müllab-

fuhrteam in Bangkok wird berichtet,

dass jedes Teammitglied so monat-

lich sein Gehalt um 5.000 bis 7.000

Baht (100 bis 140 Euro) anheben kann

— bemerkenswert bei einem Grund-

gehalt von 4.000 Baht (80 Euro).4

In den Recycling-Fabriken wird

der Müll weiter sortiert, zerkleinert, ge-

presst und gebündelt. Fischsaucen-

flaschen gehen zurück an die Fisch-

saucenfabriken, Whiskyflaschen zu-

rück in die Brennereien. Eisen, Stahl

und Glas wird an entsprechende Un-

ternehmen verkauft. Holz wird an

Schreiner veräußert, und die Säure von

Altbatterien findet bei der Behandlung

von Abwasser Verwendung.

Auf dem Land gestaltet sich

die Müllverarbeitung etwas anders.

Essensreste werden meist an die

Tiere verfüttert und der restliche or-

ganische Müll wird kompostiert oder

als Brennstoff getrocknet. Da größ-

tenteils aber keine organisierte Müll-

abholung existiert und auch »saleng«

und »khon geb khaya« seltener anzu-

treffen sind, ist es übliche Praxis, den

gesamten Abfall zu vergraben oder

im eigenen Garten zu verbrennen.

Die daraus resultierenden Gesund-

heitsrisiken und Umweltprobleme

sind offensichtlich.5

Ambivalenter Status

des Abfallbusiness

Obwohl zahlreiche Men-

schen ihren Lebensunterhalt im Müll-

geschäft verdienen und die öffentli-

chen Verwaltungen, die eigentlich für

den Müll zuständig sind, ohne diesen

informellen, privaten Sektor völlig

aufgeschmissen wären, handelt es

sich dabei um klassische niedrig ein-

gestufte und wenig geachtete Jobs.

Dies ist auch ein Grund da-

für, dass zahlreiche Antimüll-Kam-

pagnen bisher gescheitert sind oder

wenig erfolgreich waren. Der Aufruf zur

Mithilfe bei Säuberungsaktionen ver-

hallt oft im Winde, da die Ausübung

einer solchen Tätigkeit zu dem viel ge-

fürchteten Gesichtsverlust führen kann.

Mit den wenig geschätzten Müll-

sammlern möchte sich niemand auf

eine Stufe stellen. Die Bevölkerung auf

Haushaltsebene dazu zu bringen, sich

mit ihrem Müll zu beschäftigen und

ihn zu sortieren, stellt somit schon ei-

ne sehr schwere Aufgabe dar.

Nicht-Regierungsorgani-

sationen (NGOs) hingegen sehen die

»saleng« als ein sehr positives sozia-

les Glied in der Abfallbeseitigungsket-

te an und setzen sich für eine höhere

Wertschätzungen dieser Personen in

der Gesellschaft ein. Schließlich bie-

tet das Müllgeschäft zahlreichen ar-

men Bevölkerungsgruppen ein Aus-

kommen und sie könnten eine be-

deutende Rolle in der Aufklärungs-

und Erziehungsarbeit bezüglich Um-

welt- und Abfallentsorgungsbewusst-

sein einnehmen.1

Immer mehr

Wohlstandsmüll

Umweltschutz ist — nicht nur

— in Thailand meist ein wunder

Punkt, da die Wirtschaftspraxis und

Politik stark auf Entwicklung und we-

niger auf ihre Kosten fixiert sind.

Doch der Weg in die Moderne bringt

nicht nur Positives.

Einstellungen und kulturelle

Zielvorstellungen wie Sauberkeit,

Schönheit und Schicklichkeit mutie-

ren inzwischen häufig so weit, dass

alte Dinge von guter Qualität einfach

abgelegt werden zugunsten neuer

glänzender Ersatzgüter. So wird, wie

in vielen anderen Gesellschaften

auch ein Maß für Reichtum das,

was man sich leisten kann wegzuwer-

fen!1

War es in der Vergangenheit

üblich biologisch abbaubare Verpak-

kungsmaterialien wie Schilfkörbe,

Holzboxen und Bananenblätter zu

verwenden, so werden diese schein-

bar überkommenen »unentwickelten«

Materialien immer stärker durch

Symbole des modernen Lebens er-

setzt. Plastiktüte und Styroporverpak-

kung lassen grüßen!

Das kunstvolle übermäßige

Verpacken ist nicht wegzudenkender

Teil der thailändischen Shoppingreali-

tät und der Schriftsteller Anon Na-

kornthab resümiert: »Buy ten buns,

get eleven bags«.1 Alles, mag es

auch noch so klein sein, wird in eine

Plastiktüte verpackt. Dies geht so

weit, dass man auch Getränke aus

Dosen oder Flaschen in Plastiktüten

abfüllt, nur damit man Eiswürfel hin-

zufügen und ein praktisches tragba-

res gekühltes Getränk zu sich neh-

men kann. Lehnt man beim Einkauf

schließlich die zehnte Plastiktüte ab,

erntet man ungläubige Blicke, und

der Chef von 7-Eleven Thailand

glaubt, dass es noch Jahre brauchen

werde, bis thailändische Kunden

überhaupt die Frage eines Verkäufers

akzeptieren werden, ob sie denn eine

Tasche bräuchten.

Plastiktüten sind ein wirkli-

ches Problem, da sie nicht zu den

Plastiksorten zählen, die wiederver-

wertet werden können und einen

Großteil des Restmülls bilden. Die

Reduzierung der Verwendung der all-

gegenwärtigen Plastiktüten dürfte

demnach eine der größten Heraus-

forderungen sein, da Konsum- und

Verhaltensmuster im Kern dafür ge-

ändert werden müssen.

Müllsammelstelle in Ban Muanjia, Provinz Mahasarakham

36_________________________________________________________________Thailand: Abfall_______

südostasien 2/05

Und wohin mit

dem Restmüll?

Der Restmüll — der in der

Realität immer noch stark mit recy-

clebaren Materialien durchsetzt ist —

wird nach wie vor oft lokal vergraben

oder verbrannt, landet auf Mülldepo-

nien oder endet in einer Müllverbren-

nungsanlage.

Bei den Mülldeponien han-

delt es sich aber überwiegend um

ungesicherte Deponien — natürliche

Mulden oder ausgebaggerte Erdlö-

cher, die nicht extra abgedichtet sind.

Der hohe Anteil organischen Materi-

als ist verantwortlich dafür, dass De-

poniesickerwasser und Faulgas ge-

bildet wird. Ersteres beinhaltet meist

Schwermetalle und Pestizidrückstän-

de und verseucht das Grundwasser

in erheblichem Maße. Das Faulgas,

das vor allem aus Methan besteht, ist

ein sehr wirkungsvolles Treibhaus-

gas. Von offenen Deponien kann es

ungehindert in die Atmosphäre ent-

weichen und Müllhalden bilden welt-

weit die drittgrößte Methangasquelle

und tragen entsprechend stark zum

Treibhauseffekt bei.

Kontraproduktive

Scheinlösungen —

Müllverbrennungs-

anlagen

Die ersten thailändischen

Müllverbrennungsanlagen in Bang-

kok, Phuket und auf Ko Samui wur-

den als Fortschritt in der Müllentsor-

gung gefeiert. Man erhoffte sich posi-

tive Effekte durch finanzielle Gewinne

und Stromproduktion. Doch man

kann nicht sagen, dass daraus eine

Erfolgsstory wurde.

Der Bau der Anlagen war

sehr teuer, und in Phuket beispiels-

weise wurden für den Bau der Anlage

zahlreiche Mangrovenwälder abge-

holzt und Umweltauflagen missach-

tet. Außerdem ist fraglich, was sich

die Planer bei der Konstruktion

dachten, denn die Anlagen auf Ko

Samui und in Phuket sind völlig

überdimensioniert und werden nur

alle zwei bis drei Tage in Betrieb ge-

nommen, wenn sich genug Müll an-

gesammelt hat, um die Mindestka-

pazitätsgrenze zu überschreiten. So

schlucken die Anlagen mehr Geld als

Müll und belasten die Steuerzahler

erheblich durch die laufenden Kos-

ten, welche nicht gedeckt werden

können.

Doch damit nicht genug. In

Untersuchungen wurde weiterhin

nachgewiesen, dass die Anlagen

wahre Giftschleudern sind. Der Ver-

brennungsprozess entlässt bestimm-

te Toxine und Schwermetalle in Kon-

zentrationen in die Umwelt, die die

zulässigen Grenzwerte um ein Vielfa-

ches überschreiten. Trotzdem halten

die Regierung und natürlich die Be-

treiber der Müllverbrennungsanlagen

nach wie vor daran fest, dass diese

die einzige Lösung für Thailands Müll

seien.3

Umweltschutzorganisationen

wie Greenpeace fordern die Regie-

rung hingegen dazu auf, stärker in

umweltfreundliche Abfallmanage-

mentstrategien zu investieren und die

Müllreduktion, -trennung und das Re-

cycling voranzutreiben.6 Für die Müll-

verbrennungsanlagen sind dies keine

rosigen Aussichten. Schließlich arbei-

ten sie jetzt schon unausgelastet. Wie

soll das dann bei noch weniger Müll

werden?

Vorherrschende

Abfallpolitik

Die Müllverbrennungsanla-

gen sind ein Beispiel für häufig vor-

kommende wenig durchdachte,

kurzfristige End-of-the-pipe-Strate-

gien, die langfristig keine wirklichen

Veränderungen erwarten lassen. Es

geht um die Abwicklung der anfallen-

den Müllberge. Doch nicht nur eine

möglichst umweltverträgliche Beseiti-

gung von Abfällen, sondern eine

grundlegende Müllreduktion im Sinne

der Zielhierarchie Vermeidung, Ver-

wertung und Beseitigung sollte an-

gestrebt werden.

Der Durch- und Umsetzung

dieses Leitbildes stehen aber zahl-

reiche Hindernisse entgegen, die

aus der vorherrschenden Verwal-

tungs- und Planungsstruktur resultie-

ren. Der Entscheidungsprozess ist

nach wie vor stark zentralisiert, was

kosteneffiziente, flexible und innova-

tive Ansätze vonseiten der Kommu-

nen und Gemeinden nicht gerade

unterstützt. Ein effektives, nachhalti-

ges Müllmanagement kann jedoch

nicht top-down realisiert werden,

sondern die verschiedensten Akteu-

re und die Bevölkerung müssen in

den Planungsprozess einbezogen

werden. Zentral sind dabei auch die

Kooperation beteiligter Fachressorts

und die Zusammenarbeit benach-

barter Kommunen und Gemeinden.

Gerade für kleinere Städte, bei de-

nen die Wirtschaftlichkeit einer eige-

nen Abfallinfrastruktur fraglich ist,

können sich so Synergieeffekte er-

geben.

Lösungsansätze

Projekte zum integrierten

Abfallmanagement und der Mülltren-

nung in Thailand sind nicht zu ver-

gleichen mit vorherrschenden Syste-

men in Industrieländern, wo die Be-

völkerung den Müll trennen muss und

für dessen Abholung bezahlt. Viel-

mehr lehnen sich die Programme an

das profitgeleitete informelle Müll-

sammlersystem an, das der Bevölke-

rung schon vertraut ist.

Ein Beispiel für den Versuch

eines umfassenden städtischen Ab-

fallmanagements ist die Stadt Phitsa-

nulok, die sich intensiv mit der Be-

kämpfung der Abfallberge auseinan-

dersetzt. 1999 wurde dort auch das

»Solid Waste Management Program-

me for Phitsanulok« mit Hilfe der GTZ

gestartet.2

Für das Abfallmanagement

auf Haushaltsebene gibt es hier zwei

Hauptstrategien. Zum einen soll die

Bevölkerung durch den zu erwarten-

den Erlös aus dem Verkauf wieder

verwertbarer Materialien zur Mülltren-

nung animiert werden. Hierbei kom-

men verschiedene Modelle zum Ein-

satz. Märkte, bei denen private

Händler den Haushalten den Müll ab-

kaufen, werden veranstaltet, oder es

gibt Kleinunternehmer in der Ge-

meinde, die sozusagen als Mittel-

männer zwischen den Abfallhändlern

und den Haushalten fungieren. Ein

auch auf der Ebene lokaler und priva-

ter Gruppen sehr beliebter Ansatz ist

der der Recycle-Bank, der weiter un-

ten beschrieben wird.2

Die zweite wichtige Strategie

ist die Kompostierung. Organische

Abfälle bilden einen großen Teil im

Gesamtmüll und sollten genutzt wer-

den. Sie können dann zum Beispiel

im eigenen Garten verwendet werden

und chemischen Dünger ersetzen

oder für drei bis vier Baht pro Kilo

verkauft werden. Oft wird die Kom-

postierung auch auf Gemeindeebene

oder im Rahmen von Haushaltszu-

_______Thailand: Abfall__________________________________________________________________37

südostasien 2/05

sammenschlüssen gemeinsam

durchgeführt.2

Durch diese Maßnahmen

konnte das Müllaufkommen reduziert

werden, was in der Folge eine ge-

senkte Abholfrequenz nach sich zog.

Die Müllflotte von Phitsanulok konnte

von 28 auf 16 Fahrzeuge und die

Ausgaben um eine Million Baht pro

Jahr reduziert werden. Für die Haus-

halte ergeben sich positive Effekte

durch das Zusatzeinkommen und ei-

ne saubere Müllbeseitigung, da die

oft übel riechenden Bioabfälle nicht

mehr zwischen dem Restmüll in der

Mülltonne lagern.2

Doch viel stärker als im

Rahmen geförderter zwischenstaatli-

cher Programme der Entwicklungs-

zusammenarbeit oder vonseiten der

Stadtverwaltungen gibt es Initiativen

von lokalen Akteuren und NGOs, die

sich in kleinerem Umfang um eine

Verbesserung der Situation bemühen.

So zum Beispiel die NGO

Greenway Thailand, die sich im inter-

nationalen Jugend- und Kulturaus-

tausch engagiert. In ihrem Programm

nehmen Umweltprojekte eine wichti-

ge Rolle ein, und es wird versucht auf

lokaler Ebene, meist in kleinen Dör-

fern im ländlichen Raum, einen inte-

grierten Ansatz durchzusetzen.

Ein wichtiger Pfeiler dabei ist

die Aufklärungs- und Bildungsarbeit.

Diese erfolgt zum einen in den umlie-

genden Schulen, zum anderen gehen

die Freiwilligen direkt in die Häuser

der Dorfbewohner. Mithilfe gezeich-

neter Informationstafeln versuchen

sie über die Gefahren der Verbren-

nung von Plastik, mögliche Profite

durch Mülltrennung und die Vorteile

einer sauberen Umwelt zu informie-

ren. Von den Kindern und Jugendli-

chen erhofft man sich dabei, dass sie

als Multiplikatoren auf die Dorfbevöl-

kerung wirken.

Als zweiten wichtigen Punkt

baut Greenway auch eine Recyclin-

ginfrastruktur auf. Wichtigstes Instru-

ment dabei sind die Recycle-Banken,

die sich meist an Schulen befinden,

aber auch in Dörfern aufgebaut wer-

den können. Diese Bank imitiert das

System einer monetären Bank mit

dem Unterschied, dass die Einzah-

lungen aus Müll bestehen. Den Kin-

dern und Jugendlichen oder den

Dorfbewohnern werden entspre-

chend dem gültigen Müllpreis Punkte

auf einem Sparbuch gutgeschrieben.

Diese können dann in einem weiteren

Schritt in Form von Waren wie zum

Beispiel Schreib- oder Spielsachen,

Nahrungsmittel oder Hausrat einge-

tauscht werden.

Ein wesentliches Problem

der Umwelt- und Mülltrennungspro-

jekte ist, wie schon zuvor beschrie-

ben, auch hier die Tatsache, dass die

Bevölkerung Abfall mit einem niede-

ren Status assoziiert. Die Kinder, Ju-

gendlichen und Dorfbewohner über-

haupt zu einer Mitarbeit zu motivieren

ist das größte Problem. Deswegen

wird versucht prominente Einheimi-

sche in die Arbeit zu involvieren um

eine höhere Akzeptanz zu erreichen.

Aufklärungskampagnen und

Bildungsarbeit, die auch vom öffentli-

chen Sektor forciert werden sollten,

gekoppelt mit einem integrierten, par-

tizipativen Ansatz sind ein äußerst

wichtiger Grundstein für ein erfolgrei-

ches Müllmanagement. Erste Schritte

sind vielerorts in Thailand getan,

doch größtenteils handelt es sich da-

bei um gut gemeinte Einzelprojekte,

denen es noch an der Vernetzung

und Kooperation über die lokale oder

kommunale Ebene hinaus mangelt.

Denn was nutzt einer Stadt ein schö-

nes Abfallmanagement, wenn sie

täglich von vielen Besuchern und

Pendlern aus dem Umland frequen-

tiert wird, die alle ihre alt gewohnte

Entsorgungsmentalität importieren?

!

Literatur

1) Cornwel-Smith, P. 2005: Trash Recyclers.

Freelance gleaners make the most of rub-

bish. In: Kerr, A.: Very Thai. Everyday Po-

pular Culture. Bangkok, S. 67-69.

2) Hantrakul, S. und W. Schöll 2002: Challen-

ges for Thai Municipal Governments in

Modern Service Delivery: Solid Waste Ma-

nagement in Phitsanulok. In: Nelson, Mi-

chael (Hrsg.): Thai Politics: Local and

Global Perspectives. Bangkok (= KPI Ye-

arbook 2).

3) Akao, H.E. 2000: Double Standards of

Environmental Behavior. URL: http://www.

no-burn.org/ggm/gmcrep-th.html (Stand

10.04.2005).

4) Asian Labour News 2004: Thailand: A day

in the life of a garbage truck team. URL:

http://www.asianlabour.org/archives/00120

7.php (Stand 10.04.2005).

5) Energy Research Institute 2000: Thailand

energy strategy and policy. URL:

http://www.teenet.chula.ac.th/plan/ph3-

estrategy.asp (Stand 10.04.2005).

6) http://www.greanpeacesoutheastasia.org/

en/pr/pr_tx/pr_tx_20040108.html (Stand

10.04.2005).

Recycle-Bank in Betrieb: Huamo School in Ban Huamo, Provinz Mahasarakham

 

Posted in: Reviews
June 12, 2005

GayThailand.de

Buchtipps

Ein Muss für alle Thailand-Fans: Der grandiose Foto/Text-Band “Very Thai” widmet sich der Alltagskultur im Land des Lächelns

By Christian Scheuß

Was ist typisch Deutsch? Als Deutscher muss man da wahrscheinlich länger überlegen, weil das Typische so alltäglich um einen herum steht und stattfindet, dass man es für nicht mehr besonders erwähnenswert hält. Würde man einen Thailänder, der hier zu Besuch ist, dasselbe fragen, würde er sicher auf ganz viele Dinge zeigen.
In einen fremden Kulturkreis einzutauchen, heißt den Blick zu weiten. Der Autor Philip Cornwel-Smith und der Fotograf John Goss – beide Amerikaner – haben diesen Blick bei ihren ersten Besuchen in Thailand gehabt und nun das aus ihrer Sicht besonders Thailändische in Wort und Bild festgehalten. Herausgekommen ist ein buntes wie grandioses Kaleidoskop des Alltags im Land des Lächelns. read more »

Posted in: Reviews
May 28, 2005

Chiang Mai Mail

(Newspaper, Thailand)
http://www.chiangmai-mail.com/136/bmm.shtml
Book Review: Very Thai
by Lang Reid
 
Another guide to life in Thailand, but not the usual “which bus to catch” and “don’t mess with the servants”, but a hard-cover guide to the everyday, but oft unfathomable, life and times in Thailand. Written by Philip Cornwel-Smith, a writer with much experience in this country, and photographed by John Goss, Very Thai – Everyday Popular Culture (ISBN 974-9863-00-3) was published this year by River Books in Bangkok.
 
In Alex Kerr’s preface to the book, he writes, “A hundred things which had intrigued me for decades became clear on reading it (the book). Such as where the statue of the beckoning lady came from, or why the alphabet always appears with pictures.” That introduction alone was, for me, the ‘beckoning lady’ to look further! read more »

Posted in: Reviews